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Balding, O‘Brien und „Deutsche" beim Guineas-Meeting

Auch in England laufen die Pferde wieder – natürlich ohne Zuschauer. Am Wochenende standen die beiden Guineas-Klassiker in Newmarket auf dem Programm, einen Monat später als sonst. Eine paar Eindrücke der drei Tage. 2000 Guineas Diesmal gewann nicht Aidan O‘Brien und auch nicht der haushohe Favorit Pinatubo aus dem Godolphin-Imperium. Der Sieger in den englischen 2000 Guineas hieß Kameko , im Besitz von Qatar Racing, trainiert von Andrew Balding und geritten von Oisin Murphy. Und der Kolumnist hatte den 10:1-Schuss gewettet. Das machte den Erfolg noch schöner. Es war kurz mal eine etwas haarige Angelegenheit. Denn da fand Oisin Murphy so eben noch die Lücke und dann zog der Kittens Joy -Sohn noch groß an und besiegte O’Briens Wichita und Charlie Applebys Pinatubo , den hohen Favoriten, der als Zweijähriger sechsmal siegte und das beste Pferd des Jahrgangs war. Normalerweise falle ich mit meinen Wetten in den englischen Klassikern immer auf die Nase: Weil ich mich fast nie f...

Hein Bollow: Einer der Letzten der Generation Sportschau

Hein Bollow starb am Montag im Alter von 99 Jahren an den Folgen eines Schlaganfalls in einem Kölner Krankenhaus. Der deutsche Galopprennsport verliert eine seiner größten Persönlichkeiten. Bollow war eine Legende, eine „Lichtgestalt des deutschen Turfs“ – ein Nachruf.  Deutsches Derby 1962 (leider ohne Ton): Hein Bollow siegt mit Herero, sein vierter Derbysieg als Jockey.  Ich bin mir nicht ganz sicher, wann ich zum ersten Mal den Namen Hein Bollow hörte. Es muss irgendwann in den siebziger Jahren gewesen sein. Vielleicht in der ARD-Sportschau, als mal wieder Galopprennen mit Reporter Adi Furler lief und mich das damals eigentlich gar nicht interessierte. Oder es war an einem langweiligen Sonntag, an dem mangels Alternativen das live übertragene Deutsche Derby im TV geguckt wurde? Als Kind waren mir deshalb Namen wie Lester Piggott, Fritz Drechsler und eben Hein Bollow ein Begriff. Auch weil er einen Namen hatte, den man sich gut merken konnte. Dass dahinte...

Tiger Roll: Schon jetzt eine Legende

Im virtuellen Grand National reichte es „nur“ zu Platz 4, aber das war ja bekanntlich nicht das wahre Leben. Tiger Roll wollte 2020 als erstes Pferd das Grand National in Aintree dreimal in Folge gewinnen. Dass es nicht klappte, lag nicht an ihm. Die Corona-Krise legte den Rennsport brach, auch das Grand National-Meeting fand nicht statt. Was nichts daran ändert, dass Tiger Roll ein großartiges Pferd ist. Mit einer Karriere voller Höhen und Tiefen. Es waren ergreifende Szenen, die sich im letzten April im irischen Summerhill im County Meath abspielten. Tausende waren – wie schon 2018 – an diesem Sonntag nach dem Grand National dabei, als Tiger Roll durch den Ort paradierte. „Es ist so emotional, es ist das größte Rennen der Welt. Jeder wird sich an Tiger Rolls zweiten Sieg nacheinander erinnern“, sagte Trainer Gordon Elliott nach dem erneuten Triumph seines Pferdes. Zuletzt hatte das Red Rum geschafft, an den inzwischen eine Statue auf der Rennbahn in Aintree erinnert....